2009 , 7. Seminarwoche

Bericht 7. Seminarwoche für Heilpädagogik und Sozialtherapie

31. März - 5. April 2009 in Elena / Bulgarien

Nach sechs vorangegangen Seminarwochen kann man schon fast von Routine sprechen, wenn sich die 40 Teilnehmer des Kurses wieder treffen. Das Leben verläuft aber immer etwas anders und so wurde diese scheinbare Routine unterbrochen, denn die Spannung der Teilnehmer vor diesem zweiten Seminar des zweite Ausbildungsjahres war etwas höher als sonst. Aufgrund eines vorangegangen Konflikts mit drei Teilnehmern über die richtige Form der Organisation und der Verankerung der Arbeit in Bulgarien, war eine Neuorganisation nötig. Die Befürchtungen, dass der Konflikt die Arbeit des Seminars belasten würde, haben sich nicht bewahrheitet. Man konnte im Gegenteil sogar den Eindruck gewinnen, dass die Intensität der Arbeit noch gesteigert war, weil der Schritt, auf einer anderen Basis weiter zu machen, sehr bewusst und konsequent vollzogen wurde und durch eine Veränderung des Veranstaltungsortes auch äußerlich sichtbar war. Damit war die Seminararbeit durch keine weiteren organisatorischen und ausbildungspolitischen Aktivitäten mehr abgelenkt.

Dass das Städtchen Elena, wo das Seminar stattfinden konnte, ziemlich in der Mitte Bulgariens liegt, war nicht der Grund für die Wahl dieses Standorts, könnte aber als Bild verstanden werden, dass dieses Seminar den Anspruch hat, seine Inhalte und seine Prozesse, dem ganzen Land zur Verfügung zu stellen. Tatsächlich kommen auch die Teilnehmenden aus allen Teilen Bulgariens.

Christine Gleser, erfahrene Heilpädagogin aus der Friedel-Eder-Schule in München, führte in den aktuellen Schwerpunkt, nämlich den Heilpädagogischen Kurs Rudolf Steiners von der pädagogischen Seite her ein. Hier stand das „Pädagogische Gesetz“ im Mittelpunkt und die Teilnehmer konnten auf die vorangegangene Arbeit an der Erziehung des Kindes zurückgreifen und die dort beschriebenen Wesensglieder des Menschen. Ein wichtiger Teil in Christine Glesers Arbeit waren die praktischen rhythmischen Übungen mit den Teilnehmern. Dass diese den Teil dieser Arbeit besonders schätzen wurde auch hier deutlich, denn gerade diese Übungen können unmittelbar mit „nach Hause genommen“ und umgesetzt werden. Mit einer Kinderzeichnung führte Christine Gleser auch eine Form der Kinderbesprechung ein, die sehr eindrücklich wirkte, da am Schluss erkannt wurde, dass dieses Kind allen bekannt war und im letzten Sommerseminar von der Aerztin Frau Dr.Keller bereits besprochen wurde.

Die künstlerische Arbeit im Malen war geprägt von Fredrik Stöckli(CH), der das Thema „Licht und Finsternis“ aus der vorangegangenen Woche fortsetzen und vertiefen konnte. Die Eurythmie wurde wieder von Diana Demireva, einer der Dozentinnen aus dem Land selbst angeleitet. Das ist ein wichtiger Faktor im Seminar, denn eine Arbeit die ohne Übersetzung stattfinden kann, hat ihre spezifische Unmittelbarkeit.

Parallel zur künstlerischen Arbeit fand ein Gruppenarbeit zu Fragen der Sozialgestaltung mit Gerhard Herz und eine solche zur Bedeutung des kindlichen Spiels mit Edith Moor statt. Weil die meisten Teilnehmer heilpädagogisch und sozialtherapeutisch arbeiten, aber in staatlichen Einrichtungen, ist es wichtig die Fragen der Sozialgestaltung, d.h. „Lebensbedingungen“ der Waldorfpädagogik, wie Rudolf Steiner das nannte, näher kennen zu lernen zu reflektieren und auf die eigene Situation zu beziehen. Als Ergebnis konnten einige Teilnehmer erste Schritte der Umsetzung nennen, die sie in Angriff nehmen, wenn sie wieder zuhause in ihrer Institution sind. Beispiele sind die Einrichtung einer pädagogischen Konferenz mit Kinderbesprechungen oder der Einführung eines rhythmischen Teils im Unterricht.

Dr.Traytscho Frangov, ebenfalls ein bulgarischer Dozent aus der anthroposophischen Gemeinschaft Bulgariens, führte wiederum in die Grundlagenliteratur ein, diesmal der „Theosophie“ Rudolf Steiners. In regionalen Gruppen wird zwischen den Seminarien weiter daran gearbeitet, wie auch an verschiedenen „Hausaufgaben“, die jeweils bis zum nächsten Seminar erarbeitet werden müssen, diesmal die Arbeit mit Kinderbesprechungen.

Wie alle bisherigen Seminarwochen, war auch diese durchzogenen von Musik, teils angeregt durch Edith Moor mit Flöte und Gesang, aber auch den Teilnehmenden selbst, die ihr großes Bedürfnis, bulgarische Lieder zu singen, realisieren konnten.

Nach wie vor ist die Weiterführung des Seminars noch nicht bis zum Ende finanziell gesichert. Es sind weiter Spendenmittel nötig und die Organisatoren unternehmen weitere Anstrengungen, um entsprechende Mittel zu gewinnen. Inzwischen gibt es auch Kontakte zu Menschen, die die Förderungsmöglichkeiten innerhalb Bulgariens kennen und versuchen wollen, auch solche Quellen zu öffnen und es gibt eine wachsende Zahl von Interessenten, die nach einem nächsten Kurs fragen. Selbstverständlich ist es die Absicht, dieses Seminar weiter zu führen und auf Dauer zu stellen, denn der Bedarf an tragfähigen und auf den Menschen gerichteten pädagogischen Ansätzen in der Heilpädagogik ist groß in Bulgarien.

G.Herz ( Ausbildungsleiter) - Gröbenzell, 2.05.2009
E.Moor-Vasilev ( Organisatorin)
ACACIA, Basel (Trägerverein)

Website: www.oporabg.com

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Freie Gemeinschaftsbank, 4001 Basel
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Projektvermerk Heilpädagogik/ Bulgarien

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Teilnahme am internationalen Treffen der Ausbildungsgruppe für anthroposophische Heilpädagogik und Sozialtherapie, 29.04.-02.05. in Kassel /DE

Fortsetzung: Aufnahme, Begleitung und Zertifizierung unserer Ausbildung durch diese Gruppe