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Autor: Galina Trifonova
Der Mensch geht seinen Weg und plötzlich nimmt er einen Abglanz zwischen den Bäumen wahr. Er entscheidet kurz dort vorbeizukommen, um zu sehen, was es da gibt, und danach wieder auf seinen Weg zurückzugehen. Schnell erreicht er die Stelle und …. er gerät in eine andere Welt. Angeblich ist alles wie auf den anderen Wiesen, aber auch die Sonne scheint hier anders, und die Blumen sehen und riechen anders, und als ob die Luft nicht dieselbe ist. Er geht einen Schritt in diese Welt hinein, einen zweiten, und….. er vergisst über den früheren Weg. So fühle ich mich nach der zweiten Woche des zweiten für mich anthroposophischen Lehrgangs, diesmal in Hailpädagogik und Sozialtherapie. Ich weiß nicht, wovon ich mich mehr begeistern soll: von den lieben und natürlichen Dozenten; vom Film über eine kleine Waldorfschule an der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich, deren freundschaftliche und warme Atmosphäre eines gemeinsamen Erlebens des Lebens und das Lernen vom Lehrer und Kindern mich gewonnen hat (ich kann nicht mal glauben, dass ich diese Worte benutze, um die Schule zu beschreiben!); von den „kleinen”, praktischen Lösungen in der Organisation bei dem Unterricht in vereinigten Klassen, die das gleichzeitige harmonische und erfolgreiche Lernen der Erst- bis Vierklässler nicht nur möglich, sondern auch nützlich machen! Mehr sogar. Als ob ich mir nicht mehr vorstellen kann, dass eine andere Schulart erfolgreich sein könnte! Und die Förderung von Menschen mit Behinderungen?! Für mich ist die Anna Löffel, die gebeugt über einen Behinderten, leicht seine Hand aufgegriffen, leise das Lied über die Glocken singend und delikat die ungeschickte Hand vorantreibend, die Linie, die die Glockesprache durchläuft, zu malen, immer wieder und immer wieder, das sichtbare Bild der Achtung, Fürsorge und Förderung für die behinderten Menschen. Ich frage mich, wieviel solche Förderungshandlungen stecken in jedem Gegenstand der kleinen Ausstellung von Produkten, die von Behinderten fertiggestellt sind: Halsketten, Holzlöffel, schöne Taschen aus Wolle und Stoff, aus Stoffen?! Und ich denke mir, dass die Nutzung dieser Gegenstände von anderen Menschen ein Segen zu Menschlichkeit und Liebe ist. Was wäre, wenn du in einem Gewand aus Liebe angekleidet bist, oder dir die Haare mit einer Schleife aus Verständnis gebunden hast, oder morgens von zu Hause weggehst, deine Sachen in einer Tasche von Unterstützung und Mitempfindung tragend? R. Steiner ist schwer zu lesen. Das weiß schon jeder, ich habe das auch persönlich am eigenen Leib erfahren. Aber wenn du von seinen Ideen angetan bist, kannst du deinen eigenen schöpferischen Gipfel erreichen und eine neue, unerwartete Lektüre von allgemein bekannten mathematischen Wahrheiten machen, den anderen auch die Gelegenheit geben, deine Vorstellung über die Schönheit und die Mysterie der Zahlen zu berühren! Den Kosmos in der Reihenfolge der Primzahlen und die ganze Evolution der menschlichen Gattung in einer einzigen Zahl – 4 - wiederzuentdecken! So wie auch Dr.rer.nat. Stojan Vezenkov gemacht hat. Ich labte mich an der Harmonie und gleichzeitig an dem Kontrast im Stil von Dr. Vezenkov und Radoslav Radev, an der Intelligenz bei der Präsentation des Themas über die Kulturepochen, die ihren gemeinsamen Vortrag zu einem für mich unvergesslichen Erlebnis verwandelte! Und der vollkommene Unterricht im Spielen musikalischer Instrumenten von Edith Moor? Und die Unterrichte in Eurhythmie mit Konstantin Gruja als eine Möglichkeit, auf eine neue Art deine eigene Bewegung als kosmische Bewegung zu erleben?! Jede dieser Tätigkeiten hat mich mir selbst auf eine unerwartete Art und Weise begegnet. Wieder habe ich mich etwas anders und etwas mehr frei als bisher gesehen. Ich danke Euch, Edith, Anna, Käthi, Gerhard, Hugo, Konstantin, Stojan, Dr. Frangov, Mariana! Ich danke Euch für dieses unwahrscheinliche Erlebnis! Galina Trifonova