
Fast alle Teilnehmenden arbeiten in Heimen oder Schulen, teils als Betreuer, teils als Lehrer oder als „Spezialisten“ in der Einzelbetreung und Therapie. Das Curriculum folgt dem trialen Ausbildungskonzept und es bedurfte einiger Zeit bis allen deutlich war, dass die intensive künstelrische Arbeit nicht der Ausbildung zu Kunsttherapeuten, sondern der eigenen Schulung und künstlerischen Erfahrung dient. Malen, Eurythmie, Plastizieren, Gestalten mit Wolle werden mit Hingabe betrieben und besonders die Musik hat es den sangesfreudigen Bulgarinnen und Bulgaren angetan. Die Praxis, also der dritte Bereich der trialen Methode, spielte auch schon in diesem ersten Jahr eine Rolle in Form von vorbereiteten und ausgewerteten Besuchen in verschiedenen Einrichtungsformen, die in Bulgarien existieren. Videodokumentationen und Berichte aus der Schweiz,Deutschland, der Ukraine und Russland gaben Einblick in die Arbeit anthroposophischer Einrichtungen, sodass sechs von den Teilnehmenden es schon wagten, zu ersten Praktika in der Schweiz und nach Rumänien zu fahren.
Neben der inhaltlichen Arbeit wurde der Prozess von zwei weitern Aktivitäten begleitet. Der eine war das Bemühen um eine nachhaltige Finanzierung. Während der Start noch aus Geldmitteln finanziert wurde, die Edith Moor, die Initiatorin, von verschiedenen Privatleuten und Stiftungen gewinnen konnte, geht es im weiteren Verlauf darum, das Vorhaben auf ein mittelfristig tragfähige Grundlage zu stellen. Ob wohl eine deutsche Stiftung mit einem größeren Betrag eine wichtige Perspektive geschaffen hat, sind die jetzt folgenden beiden Jahre finanziell noch keineswegs gesichert. Die andere Aktivität bestand in der stärkeren Verankerung der zunächst ja schweizerischen Initiative in Bulgarien. Der dazu gegründete Verein ist nach Überwindung einiger bürokratischer Hürden inzwischen eingetragen und die Menschen, die da Verantwortung übernommen haben, sind dabei die technische Organisation des Seminars nun selbst zu übernehmen. Die andere Aufgabe, in der sie uns unterstützen, ist das Bemühen um eine Form der Akkreditierung des Kurses im bulgarischen Bildungssystem, der den Teilnehmenden einen Nutzen in ihrer weiteren beruflichen Laufbahn bringt. Hier sind Gespräche mit einer Universität auf einem guten Weg.
Der sozialtherapeutische Hof Dragodam und die Einrichtung „Dom Opora“
Der bulgarische Förderverein OPORA,hat außerdem die Initiative ergriffen, eine Finanzierung zum Start der Sozialtherapie aus einem europäischen Förderprogramm zu erhalten. Von Anfang an war durch die Initiatorin beabsichtigt, eine sozialtherapeutische Einrichtung zu schaffen, die zunächst
einmal modellhaft den Ansatz in Bulgarien sichtbar machen kann. Ein Grundstück, renovierungsbedürftige Häuser und die Verbindung der Einrichtung mit biologisch-dynamischer landwirtschaftlicher und gärtnerischer Arbeit wird von der Familie Vezenkov zur Verfügung gestellt, aber es braucht noch tätige Fachleute, die den Beginn und die ersten Jahre sichern.
Gesucht sind Menschen für den Aufbau der bio.dyn.Landwirtschaft und verschiedenen Werkstätten.
Das 2.Seminarjahr 2009
Als Aufgabe für das kommende Jahr haben sich die Verantwortlichen vorgenommen, den Kontakt mit den anderen anthroposophischen Ausbildungsstätten zu verstärken um in diesen Kreis mit aufgenommen zu werden. Während im ersten Jahr die inhaltlichen und methodischen Grundlagen gelegt wurden, wird das zweite Jahr, für das sich rund zwei Drittel der Teilnehmer durch die Anfertigung einer Jahresarbeit qualifizieren konnten, die Heilpädagogik vertiefen und die Arbeit am Heilpädagogischen Kurs beginnen. Von jetzt an besteht für die Teilnehmenden die Verpflichtung mindestes einen Tag pro Woche direkt im heilpädagogischen Bereich zu arbeiten und ein längeres Praktikum zu absolvieren. Aufgrund der Tatsache, dass das Einkommen der Bulgaren in sozialen Arbeitsfeldern sehr niedrig ist und die Praktika nur im Ausland absolviert werden können, entsteht neben dem Sprachproblem auch ein Kostenproblem. Dafür ist ein eigenes Unterstützungskonto eingerichtet worden, das aber wie das Seminarkonto selbst, noch eines deutlichen Zuflusses durch Spenden bedarf.
OPORA- Unterstützung für Menschen mit einer Behinderung in Bulgarien
Die abgelaufenen fünf Arbeitswochen dieses Jahres haben nicht nur den Teilnehmenden wichtige Einsichten und beeindruckende Erfahrungen gebracht, sondern auch ihr Echo in der Öffentlichkeit gefunden. Einerseits ist durch die Besuche in den Einrichtungen Interesse über den Kreis der Teilnehmenden hinaus entstanden, andererseits sind auch die Presse und der Rundfunk auf die Aktivitäten des Kurses aufmerksam geworden und haben an verschieden Stellen darüber berichtet. Man kann also davon ausgehen, dass das im Februar beginnende zweite Jahr eine weiter positive Entwicklung einer Arbeit mit sich bringt, die für die bulgarischen Kinder mit Behinderung und ihre Eltern neue, bisher noch nicht gekannte konkrete Perspektiven ermöglicht.
Mit einem herzlichen Dank an unseren Trägerverein und Förderer ACACIA, sowie an alle unsere Spender:
Software AG Stiftung Darmstadt,Iona Stiftung, Holland, Evidenzgesellschaft-Dornach, Stiftung zur Beförderung der Heilpädagogik-Holland, Mahle Stiftung- DE, Internationaler womens club-Sofia/BG
Viele grosszügige Private Spenderinnen und Spender
Für die Ausbildungsleitung: Dr.Gerhard Herz
Für die Projektleitung: Edith Moor-Vasilev
Information; edith.moor@bluewin.ch - www.oporabg.com Oktober, 2008
Spendenkonto ACACIA, Fonds für Entwicklungszusammenarbeit:
Freie Gemeinschaftsbank, Basel
Konto ACACIA 2.488.0 Clearing 8392 und PC 40-963-0 für Überweisungen aus der Schweiz
IBAN CH13 0839 2000 0000 2488 0 BIC RAIFCJ22XXX für Überweisungen aus dem Ausland
Projektvermerk Heilpädagogik/ Bulgarien